Unsere neue Rolligruppe des DJK Sportbund Stuttgart, die sich selbst „DJK rolls and rulez“ nennt, hatte letzten Samstag Verstärkung von einigen der anderen Vereinsspieler. Gesponsert von der Firma Brillinger ottobock.care und organisiert von Frank Schwöri durften die Fußgänger ihre Tischtenniskünste in verschiedenen Aktiv-Rollstühlen erproben und dabei erfahren, wie das als Rolli-Tischtennisspieler so ist.
„To step into the other ones shoes“ … oder wie heute eben in den Rollstuhl, das war das Ziel dieser Aktion. So konnten die Fußgänger mal den anderen Blickwinkel kennenlernen, Erfahrungen sammeln und auf das ein oder andere Problemchen stoßen. Ihre Rolli-Vereinskollegen standen mit Rat und Tat zur Seite und immer wieder kam es heute zu Aha-Effekten.

„Rückhand ist leicht. Aber bei der Vorhand kann ich ja gar nicht richtig ausholen.“ – „Ja aus der Mitte muss man im Rolli eben Rückhand spielen.“
„Mist, da komm ich ja gar nicht ran.“ Kleiner Hinweis: Wenn man den Arm schnell nach vorne streckt, um einen kurzen Ball zu erreichen, bewegt sich ein ungebremster Rollstuhl automatisch nach hinten. Das ist Physik. Nur leider ist das beim Tischtennis auch etwas ungünstig.
Ein gebremster Rollstuhl bringt nicht das erwünschte Resultat, wie so mancher lösungsorientierte Spaß-Rollispieler sich zunächst erhofft hatte, denn so kommt man an die ganz kurzen Bälle leider auch nicht ran. Ergo: Rolli fahren muss man leider genauso trainieren wie Beinarbeit.
Und bereits nach wenig wenigen Minuten hörte man von allen Seiten: „Ich spüre meine Arme nicht mehr.“ und „Das ist ja voll anstrengend im Rollstuhl.“ Celine erklärt das so: „Der Arm wurde schwerer, weil man ihn weiter oben halten muss. Ich habe aber nicht mehr Muskelkater als sonst.“ Schnell fügt sie dann aber noch hinzu: „Beim Bälle aufsammeln hab ich aber getrickst.“ Wie gut, wenn man einfach aufstehen kann.
Einig waren sich anschließend alle Fußgänger-Spieler, dass die Rückhand ziemlich ähnlich ist, die Vorhand im Rollstuhl aber echt schwierig und Bälle auf den Ellenbogen sind richtig gemein. Es fehlt einfach der kleine Schritt zur Seite.
„Es ist auch ein ganz anderes Training, weil die Bälle anders zurückkommen, schneller zurückkommen, aber als Training ist das richtig gut.“
Außerdem gab es jede Menge Anerkennung für die Rollstuhlfahrer, die auch kurze Bälle oder solche, die in die Ecken gespielt wurden, trotzdem zurückspielen konnten.
Eine Fußgängerin meinte rückblickend: „Ich find auch, die Rollifahrer sind da echt offen. Wir sind da einfach etwas verklemmter, weil wir den Umgang nicht kennen.“
So kamen sich die Sportbundler bei dieser besonderen Trainingseinheit vor allem menschlich näher und lernten sich besser kennen. Einige Rollis und Fußgänger verabredeten sich bereits für gemeinsames Spielen an anderen Trainingstagen. Das ist doch gelebte Inklusion, wenn der Rollstuhl plötzlich keine Rolle mehr spielt.
Inklusion bedeutet, hier waren sich die Fußgänger einig, die ich nach dem Training befragt habe, „dass wir das als normal ansehen, dass jemand im Rollstuhl sitzt, oder ein Mensch mit einer anderen Behinderung einfach integriert ist.“ „Dass das mehr akzeptiert ist und sie auch in der Mitte der Gesellschaft stehen.“
Ein gaaanz dickes Dankeschön an alle Helfer!
Ganz besonders an Frank und der Firma Brillinger ottobock.care für die Organisation der Aktiv-Rollstühle!!
Und an dieser Stelle unbedingt auch an Alfred Hauber, der so oft die Tische aufbaut. Dankeschön dafür!


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