Spiel der vergebenen Chancen
Mit einer äußerst unglücklichen Niederlage kehrten die Damen des DJK Sportbund Stuttgart vom Auswärtsspiel in der 2. Bundesliga beim TuS Uentrop zurück. In einer Begegnung auf Augenhöhe entschieden letztlich Nuancen zugunsten der Gastgeberinnen. Besonders bitter aus Stuttgarter Sicht: Sämtliche vier Fünfsatzspiele gingen an Uentrop, jeweils mit lediglich zwei Punkten Unterschied im Entscheidungssatz.
Der Spielverlauf verdeutlichte eindrucksvoll, wie eng die Partie tatsächlich war. Gleich viermal lagen Sportbund-Spielerinnen bereits mit 6:3 in Führung, hatten in zwei Matchbälle. Doch trotz dieser aussichtsreichen Situationen gelang es nicht, den Vorsprung ins Ziel zu bringen. Stattdessen drehten die Gastgeberinnen alle vier Begegnungen noch zu ihren Gunsten und sicherten sich damit die entscheidenden Punkte.
Die Stuttgarterinnen präsentierten sich über die gesamte Spielzeit hinweg absolut konkurrenzfähig und lieferten den ambitionierten Westdeutschen einen harten Kampf. Am Ende spiegelte das Ergebnis den tatsächlichen Spielverlauf nur bedingt wider. Allerdings: Die entscheidenden Ballwechsel fielen fast durchweg zugunsten des TuS Uentrop aus. Während die Gastgeberinnen mit den engen Drucksituationen bestens zurecht kamen, gelang diese dem Team aus dem Stuttgarter Osten nicht, zudem fehlte in den Schlüsselmomenten das berühmte Quäntchen Glück.
Die Partie begann mit einem 1:1 in den Doppeln. Mitsuki Yoshida/Alexandra Schankula siegten in vier Sätzen, Ronja Mödinger/Fatme El Haj Ibrahim unterlagen mit dem selben Ergebnis, hatten bei 1:1 im dritten Durchgang Satzball.
Dann die Vorentscheidung: Yoshida unterlag Kalaitzidou überraschend klar 0:3 und Mannschaftsführerin Schankula nutzte eine 6:3-Führung im 5. Satz gegen die ehemalige russische Mannschafts-Europameisterin Ganina nicht, unterlag 9:11. Nach dem 1:3 zur Pause zeigte sich das hintere Paarkreuz des Sportbunds leicht überlegen. Mödinger gelang ein starker Dreisatzsieg über Li, während El Haj Ibrahim gegen die ehemalige Schülerinnen-Europameisterin und Westdeutsche Meisterin, Nadine Sillus, Matchball hatte. Doch an diesem Tag sollte es nicht sein: Auch dieser 5. Satz ging mit 11:13 verloren. 2:4 der Gesamtstand und dennoch keimte Hoffnung auf. Denn sowohl Yoshida (2:1 und 6:2 gegen Ganina) als auch Schankula (2:2 und 9:7 gegen Kalaitzidou) standen kurz vor dem Sieg. Doch ewig grüßt das Murmeltier: Auch diese beiden Partien gingen hauchdünn mit zwei Punkten im Entscheidungssatz verloren.
Betreuer Thomas Walter: „In 40 Jahren als Betreuer gehört dieses Spiel zu den Top drei mit den meisten nicht genutzten Chancen.“ Trotz der Enttäuschung können die Stuttgarterinnen viele positive Aspekte aus der Begegnung mitnehmen. „Ihr habt alle eine starke Leistung gezeigt!“, lobte Trainer Andras Krenhardt unmittelbar nach Spielende. Gleichzeitig verdeutlicht die Partie, wie entscheidend Kleinigkeiten auf diesem hohen Leistungsniveau sind: Hätten nur einzelne der vier verlorenen Fünfsatzspiele einen anderen Ausgang genommen, wäre auch ein Erfolg des Sportbund-Quartetts möglich gewesen. Jetzt heißt es, Mund abputzen und nächsten Sonntag in Langweid, sich bietende Chancen zu nutzen.
Spielbericht | myTischtennis: TuS Uentrop – DJK Sportbund Stuttgart 6:2


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