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Presse 3. Bundesliga: Sportbund Stuttgart – Schott Jena 5:5

DUMMY Dennis Wiese

Bundesliga Tischtennis: DJK Sportbund Stuttgart punktet erneut – sensationelles 5:5 gegen Schott Jena

Sportbund seit drei Spielen ungeschlagen

Erneute Überraschung: In der 3. Tischtennis-Bundesliga Süd gelang dem DJK Sportbund Stuttgart nach genau drei Stunden Spielzeit vor knapp 100 Zuschauern ein 5:5 gegen den Tabellenvierten SV Schott Jena. Damit baute das Team aus dem Stuttgarter Osten seine Erfolgsserie auf 5:1 Punkte aus und überwintert nun mit 6:12 Punkten. Allerdings rutschte der Sportbund aufgrund des Sieges von Wohlbach in Mühlhausen auf Abstiegsplatz neun zurück.    

Der Spieltag begann nicht gut für die Stuttgarter Gastgeber: Stammspieler Daniel Hartmann musste nach einem nächtlichen Krankenhaus-Aufenthalt mit Schmerzen passen. Dafür kam der erst 19-jährige Nachwuchsmann Bernd Müller aus der 2. Mannschaft zu seinem Debut in der 3. Bundesliga. „Bernd hat seine Sache super gemacht“, erhielt der Youngster, der mit dem Sportbund bereits Württ. Mannschaftsmeister der Schüler war, allseits Lob für seinen starken Auftritt. Und in der Tat: Bei seinen beiden Fünfsatz-Niederlagen war kein Klassenunterschied zu sehen, obwohl Müller sonst in der Verbandsliga zu Werke geht. Mit athletischem Spiel hielt er auch bei hohem Tempo mit, musste erst in den Entscheidungssätzen seiner beiden Einzel der Erfahrung seiner Kontrahenten Tribut zollen.

„Was für ein Spiel – wir haben alle Punkte geholt, die irgendwie gingen“, zog Mannschaftskapitän Dennis Wiese (Foto) mit Blick auf die weiteren Spiele überglücklich Bilanz. War der Doppelsieg von Hao Mu/Dennis Wiese (3:0 über Chen/Süß) noch zu erwarten, stand die gesamte Begegnung nach den beiden klaren Niederlagen von Frank/Müller (1:3 gegen Stehle/Petkov) und Wiese (0:3 gegen Stehle) anschließend auf der Kippe. Der enorm starke Linkshänder Petkov auf Seiten der Gäste führte 2:0 in Sätzen gegen Sportbunds Spielertrainer Hao Mu, als eine hitzige Diskussion über falsche Aufschläge beider Spieler begann. Die Schiedsrichterin verwarnte und zählte beiden Kontrahenten einen Punkt ab. Es ging um die Regel, wonach der gesamte Ballwurf für den Gegner erkennbar sein muss. Fortan schlugen beide Spieler entweder mit der Rückhand oder weit vom Körper entfernt mit der Vorhand auf. Die Begegnung drehte sich, ein sichtbar emotionaler Hao Mu steigerte sich und gewann unter dem Jubel des Publikums die drei folgenden Sätze zum 2:2-Pausenstand.

Nach der knappen Niederlage von Müller gegen Chen, der mit den weichen Spinbällen des Sportbunds-Youngsters enorme Probleme hatte stand Alexander Frank mit dem Rücken zur Wand. „10:8 habe ich im 3. Satz geführt, das hätte ich entscheiden können“, klagte sein Gegner Süß nach der Partie. Und tatsächlich musste Frank alles aufbieten, jeden noch so aussichtslosen Ball irgendwie auf den Tisch ziehen, um diese auf des Messers Schneide stehende Partie noch mit 3:1 zu gewinnen. Der 3:3-Gesamtstand gab dem Heim-Team sichtbar Aufwind. Zunächst gelang Hao Mu in einem extrem schnellen Spiel ein hauchdünnes 3:1 gegen Stehle. Nach wochenlangen Problemen mit seiner Schulter agierte der gebürtige Chinese sichtbar befreit und traf auch seinen Spezialschlag, den Vorhand-Topspin als Gegenzieher nah am Tisch. Mit dieser Waffe setzte er sich schließlich gegen den auf der Rückhand mit deutlichen Vorteilen auftretenden Stehle durch. Ein interessantes Duell Angriff gegen Abwehr sah das Publikum dann am Nebentisch: Der weich ziehende Petkov trieb Wiese durch die gesamte Spielbox. Doch der verteidigte nicht nur mit Schnittabwehr, sondern nutzte jede Gelegenheit zum Gegenangriff – lange Rallys entwickelten sich. Die sahen im vorentscheidenden 3. Satz ein fulminant auftretenden Wiese, der sich mit 14:12 durchsetzte und dann auch mit 11:7 im 4. Satz die Nase vorne hatte.

5:3 führte der Sportbund, eine Sensation lag in der Luft. Doch das hintere Paarkreuz Jenas erwies sich als bärenstark. Der mit 10:5 Siegen erfolgreichste Sportbund-Spieler der Vorrunde, Alexander Frank, hatte gegen den Österreicher Alexander Chen trotz knapper Satzausgänge beim 0:3 letztlich keine Chance. Doch am anderen Tisch roch es nach einer Überraschung, als Bernd Müller unter dem großen Jubel des Publikums den 4. Satz gegen Süß nach Rückstand noch in ein 11:9 drehte. Der 5. und letzte Satz der gesamten Partie musste die Entscheidung bringen. Doch die Hoffnung der Hausherren währte nur kurz, als Süß nach einem 0:1-Rückstand komplett das Kommando übernahm und mit 11:3 das Unentschieden für die Gäste rettete. Alles in allem bei 5:5 Spielen und 20:20 Sätzen wohl eine gerechte Punkteteilung.

Die Halbzeitbilanz fällt gemischt aus: Der Sportbund-Zug kam in den ersten sechs Spielen bei 1:11 Punkten nicht richtig ins Rollen. Besonders die 3:6-Auftaktniederlage beim Tabellenletzten Bayern München schmerzt. Die folgenden 5:1 Zähler geben Hoffnung für die Rückrunde, zumal der Rückstand auf Platz 8 maximal ein Punkt sein wird (das Spiel München – Wohlbach) steht noch aus. Die Zuschauer wurden auch in der zweiten Drittliga-Saison mit hohem Niveau verwöhnt – und durften in den letzten drei Heimspielen auch noch kräftig jubeln. Am 17. Januar nächsten Jahres heißt zum Rückrundenstart der Gegner erneut Jena. Der Spielort ist dann allerdings in Thüringen.

 

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