Das Pech der TTG Süßen war das Glück des Sportbunds. Bereits einige Wochen vor Saisonende hatte sich der Drittligist aus dem Bezirk Staufen entschieden, nach fast 10 Jahren aus dieser 3. Liga zurückzuziehen. Amelie Fischer, 19 Jahre jung, Nummer zwei des Teams, entschied sich daraufhin, eine neue Herausforderung zu suchen. Und die fand und findet sie jetzt beim Sportbund – sogar eine Spielklasse höher, in der 2. Bundesliga.
Wurzeln im Tischtennis – neue Motivation
Amelies Weg im Tischtennis begann im Bezirk Ostalb: „Ich habe beim TTC Neunstadt angefangen und danach beim TSV Untergröningen (Jugend und Damen), TSG Hofherrnweiler (Jugend), TTG Süßen (Damen) und Spvgg Gröningen-Satteldorf (Jugend) gespielt.“ Grund für die häufigen Wechsel sicherlich: Bereits früh spielte sich Amelie in die Spitze Baden-Württembergs ihres jeweiligen Jahrgangs. Das Leistungsgefälle im Bezirk Ostalb ist äußerst groß. Deshalb waren Vereinswechsel unabdingbar, um entsprechend des Leistungsstands gefordert zu sein. Amelies Motivation für den Wechsel nach Stuttgart jedenfalls ist riesengroß, das Abenteuer 2. Bundesliga lockt und die Umgebung gefiel ihr bereits nach zwei Trainingsabenden ganz besonders: „Zum Sportbund bin ich gewechselt, weil ich hier die Möglichkeit sehe, mich weiterzuentwickeln und gleichzeitig Spaß einerseits beim Tischtennis, andererseits mit der Mannschaft zu haben.“
Größte Erfolge
Auf die Frage nach ihren größten Erfolgen nennt Amelie den 3. Platz bei den Deutsche Meisterschaften der Mädchen 19 im Jahr 2023, den 1. Platz bei den Baden-Württembergische Meisterschaften im Damen-Doppel 2024 sowie den 2. Platz bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften im Damen-Einzel und -Doppel 2025. Bei diesen BaWü-Titelkämpfen in diesem Jahr gelang ihr im Halbfinale ein sensationeller Erfolg gegen die 1. Bundesliga-Spielerin Lea Lachenmayer (ESV Weil). Dass Amelie überhaupt noch einmal so schnell auf ein extrem hohes Leistungsniveau gelangt ist, grenzt schon an ein Wunder. Denn: Vor eineinhalb Jahren erlitt sie einen Kreuzbandriss, der sie fast zwei Halbserien aus dem Tischtennissport riss. Umso erstaunlicher: In der Rückrunde der abgelaufenen Saison erspielte sie eine bärenstarke 8:9-Bilanz im vorderen Paarkreuz der 3. Bundesliga. Besonders die Konstanz zeichnet ihre Leistungen aus. In der Partie gegen ihren neuen Klub Sportbund lieferte sie zwei Hitchcock-Duelle ab: Gegen Fatme El Haj Ibrahim wehrte sie im 4. Satz zwei Matchbälle ab, siegte noch 3:2. Gegen Alexandra Schankula unterlag sie in einem hochklassigen Duell erst im 5. Satz.
Vielseitig interessiert
In der absoluten Leistungsspitze, ob auf Bundes- oder Landesebene, sind viele Athleten unterwegs, die täglich, zum Teil sogar zweimal täglich trainieren. Entsprechend liegt der Fokus stark auf dem Sport. Auch Amelie ist ehrgeizig und trainiert fleißig am Tisch, einige Male in der Woche. Jedoch: Ihr Hauptaugenmerk liegt woanders: „Ich studiere Medizin in Mannheim und starte im Herbst mit dem dritten Semester. In meiner Freizeit bin ich meistens sehr sportlich unterwegs und für jede Art von Bewegung zu haben, außerdem treffe ich mich gerne mit Freunden und lese viel“, zählt sie ihre Aktivitäten auf.
Aktiv sein will sie auch bei ihrem großen Hobby Tischtennis. In den Semesterzeiten wird sie beim Bundesligisten TTC Weinheim trainieren, soweit möglich kommt sie einmal wöchentlich ins Sportbund-Training, um am Doppel zu feilen und freitags übt sie mit den Herren des Oberligisten Spvgg Gröningen-Satteldorf nahe ihrer Heimat. Auch bei den Sportbund-Trainingslagern wie jetzt Ende August in der Sportschule Albstadt/Tailfingen ist sie dabei. Beste Voraussetzungen also, um als neue Nummer drei des Zweibundesligisten Sportbund ihr Glück zu finden …
Foto: Volker Arnold


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