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Eine Weltenbummlerin in Stuttgart
Sie ist viel herumgekommen in der (Tischtennis-)Welt, spielte in Japan, Kroatien, Tschechien, Polen, Portugal und Deutschland – und doch ist sie seit vielen Jahren sesshaft im Raum Stuttgart. Ihr Geburtsort: Ehime/Japan. Ihr Wohnort: Kornwestheim. Gestatten: Mitsuki Yoshida, 41 Jahre.
Wie stark sie im Norden von Stuttgart verwurzelt ist, wurde beim Saisonvorbereitungslehrgang in Albstadt deutlich. Statt dort in der Sportschule zu übernachten, fuhr sie täglich die fast 100 km nach Hause. Denn: „Ich muss auf die Katze meiner Nachbarin aufpassen.“ Zuvor lebte sie einige Jahre in Wendlingen, kennt sich also im Schwabenländle sehr gut aus.
Die Anfänge: Spätstarterin und Quereinsteigerin
Mitsuki Yoshida verbrachte Ihre Jugend in einer ländlichen Gegend in Japan. „Tischtennis lernte ich mit 11 oder 12 Jahren bei einem Freund meines Vaters.“ Das klappte so gut, dass sie bereits bei den japanischen Meisterschaften der Mädchen U12 Zweite wurde! Es folgte ein Angebot, im 300 kam entfernten Tischtennis-Zentrum zu trainieren. Dort blieb sie drei Jahre, bevor sie an die Highschool „Aomori Yamada“ wechselte. In dieser Zeit spielte sie als Profi im Team. Später zog sie nach Tokio und arbeitet dort in einem Unternehmen bis zu ihrem 26. Lebensjahr. Tischtennis betrieb sie nicht professionell. Stattdessen spielte sie mehrfach pro Woche 60 bis 90 Minuten als Sparringspartnerin einer japanischen Nationalspielerin. Doch ihr Traum war ein anderer: „Ich wollte schon von klein auf irgendwann in Europa leben.“ Und der Traum wurde wahr: Sie landete beim kroatischen Champions League Club STK Dr. Casl Zagreb. Ihr dortiger Trainer und Ansprechpartner: Matthias Landfried aus Wendlingen.
Tour durch Europa
Nach drei Jahren in Zagreb und zahlreichen Meistertiteln wechselte Yoshi zum 1. FC Saarbrücken TT in die 2. Bundesliga. Weitere Stationen in Tschechien, Polen und Portugal folgten. Ihr Standort in Wendlingen, später Kornwestheim aber blieb. Das Tischtennis-Zentrum in Böblingen war immer einer ihrer Trainingsorte im vergangenen Jahrzehnt. Und so folgte zwangsläufig auch dreimal ein Engagement beim Bundesligisten SV Böblingen. „Da habe ich zuerst an Nummer zwei gespielt, später kam dann Annett Kaufmann als Talent nach vorne und ich nach hinten“, beschreibt sie die Entwicklung in Böblingen.
Mit 41 Lebensjahren denkt man an die berufliche Zukunft, so auch Yoshi: „Ich möchte irgendwann Trainerin werden.“ Als solche agiert sie bereits seit ihrem 24. Lebensjahr. Die Aussichten, sich ein berufliches Standbein damit zu schaffen, sind nicht schlecht. Denn: Im Rahmen ihres nun 18-monatigen Bundesfreiwilligendienstes wird sie eine Trainer-Lizenz-Ausbildung durchlaufen. Schon jetzt genießt sie bei vielen Engagements beim Einzel- und Gruppentraining eine gute Reputation. „Wichtig ist mir die Basis-Technik.“ So trainierte sie in ihrer Böblinger Zeit häufig mit dem neuen deutschen Shooting-Star Annett Kaufmann. Yoshis Perspektive: „Beim Sportbund sollen alle besser werden. Ich möchte die Mannschaft stärker machen und der Verein soll eigene Spieler entwickeln – da will ich mithelfen im Trainerteam.“ Gelegenheit dazu gibt es für die Sportbund-Schützlinge reichlich: Yoshi wird montags, mittwochs und freitags im Jugendtraining als Übungsleiterin agieren, dazu auch im anschließenden Aktiventraining sowie zeitweise bei den Ferienlehrgängen und im Rahmen von Einzelstunden zu Extra-Terminen.
Sportlich auch in der Freizeit
Tischtennis als Beruf – sportliche Bewegung auch sonst. „Ich spiele gerne Golf, Badminton, Squash und Tennis. Nur Fußball mag ich nicht, will mich nicht verletzen“, kommentiert sie mit einem Augenzwinkern.
In der jetzt startenden Saison nimmt Yoshi mit ihrem Damen-Team in der 2. Bundesliga den ersten Anlauf: Das Heimspiel gegen den vielfachen deutschen Meister TTC Langweid steht an. Als Nummer zwei stellt sie mit Alexandra Schankula das vordere Paarkreuz beim Sportbund – gaaanz viel Routine. Dahinter folgen die drei Youngsters Amelie Fischer, Fatme El Haj Ibrahim und Lana Rack. Mit ihrer Erfahrung will sie zum geschlossenen Teamgeist und sportlichen Erfolg beitragen. Dabei ist für sie der persönliche sportliche Erfolg nicht das Entscheidende: „Wir wollen in der 2. Bundesliga bleiben.“ Und ganz nebenbei will Yoshi sich weiterhin um die Katze der Nachbarin kümmern …
Fotos: Volker Arnold




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