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Presse 3. Bundesliga Tischtennis: Sportbund unterliegt beim Meisterschaftsanwärter Post SV Mühlhausen/Thüringen 2:6

Max Foehl

Null Punkte nach 1.000 Kilometern

Es war das erwartet schwere Spiel: Das Tischtennis-Team des DJK Sportbund Stuttgart unterlag in der 3. Bundesliga Süd beim Tabellendritten und Aufstiegsanwärter Post SV Mühlhausen/Thüringen mit 2:6. Aufgrund des Fehlens von Alexander Frank war von vornherein nur eine geringe Chance vorhanden zu punkten. Kuriosum: Der Großteil des Teams hatte von Stuttgart aus eine Gesamtwegstrecke von 800 km, Ersatzspieler Max Foehl (Foto) zusätzlich von seinem Studienort Kassel von 200 km zurückzulegen.

Max Foehl„Bis zur Halbzeit waren wir absolut gleichwertig“, blickt Foehl nach dem Spiel auf den Spielverlauf zurück. Und tatsächlich tat sich der haushohe Favorit lange Zeit schwer, denn zur Pause stand es 2:2. Daniel Hartmann/Max Foehl mussten die Überlegenheit von Mühlhausens Spitzendoppel Bardon/Schreyer anerkennen. Trotz starker vereinzelter Winner-Schlägen standen am Ende nur zwölf Punkte in den drei Sätzen insgesamt zu Buche. Ganz anders das Doppel am Nebentisch: Der furios aufspielende Gäste-Spieler-Coach Alexander Schielke hielt Dennis Wiese und Hao Mu in Atem. Im 5. Satz dann das Herzschlagfinale, als Schielke/Vasiljevs Matchball hatten. Doch Hao Mu/Wiese retteten sich im letzten Moment zum 13:11-Sieg, sicherten den Ausgleich sowie ihre weiterhin makellose Doppelbilanz von 6:0 Siegen.

Die beiden gingen gelöst und mit Selbstvertrauen zugleich in ihre Einzelduelle. Kurzen Prozess machte Hao Mu mit Erik Schreyer. Nach einigen furiosen Ballwechseln, als beide Akteure nah am Tisch mehrere Gegenzieher bei höchstem Tempo spielten, resignierte Schreyer zunehmend. 7:2 hatte er im 2. Satz geführt, dann jedoch nur noch einen Punkt erspielt. Beim 11:2 im 3. Satz hielt Hao Mu die Qualität seines Spiels permanent hoch, Schreyer konnte nicht mehr zulegen. Auch für Dennis Wiese lag ein Erfolg im Bereich des Möglichen. Beim Zwischenstand von 1:1 gegen Bardon hatte er einen Satzball im Dritten. Doch der mehrfache slowakische Doppelmeister und Spieler der 1. Bundesliga hielt unter größter Nervenanspannung (u. a. Fehlaufschlag weit ins Aus) dieser Situation stand und gewann diesen Satz mit 13:11. „Das war die Entscheidung“, kommentierte Wiese anschließend. Aller Druck schien dann von Bardon abgefallen, der im 4. Satz beim 11:7 zauberte. Ergänzend Wiese: „Da war ich dann einfach zu langsam.“ 2:2 der Pausenstand.

Zu langsam waren dann auch Sportbunds Daniel Hartmann und Max Foehl im hinteren Paarkreuz. Gegen die beiden lettischen Nationalspieler Vasiljevs und Kartuzovs war kein Kraut gewachsen. Obwohl die Stuttgarter durchaus sehenswerte Ballwechsel lieferten, zeigten sich deren Kontrahenten vor allem im offenen Spiel fehlerfrei und extrem dynamisch. Die Profis aus Osteuropa demonstrierten hierbei deutlich ihren großen Trainingsumfang. Foehl hatte bei seinem ersten Einsatz in der 3. Bundesliga das Vergnügen, gegen den 17-fachen lettischen Einzelmeister Vasiljevs anzutreten. Viele Topspin-Rallys prägten das sehenswerte Spiel, Foehl punktete ein ums andere Mal spektakulär. Doch am Ende setzte sich die Routine großer internationaler Wettkämpfe durch, Vasiljevs siegte in drei Sätzen. „Das hat Spaß gemacht“, war Foehl dennoch mit sich und der Welt zufrieden – ein guter Auftritt. Positiv auch der Auftritt von Daniel Hartmann über große Phasen. Gegen den ebenfalls im lettischen Nationalteam agierenden Kartuzovs, der für den verletzten Petr David ins Team gerutscht war, gestaltete Hartmann die ersten beiden Sätze lange ausgeglichen, war vor allem im Aufschlag-/Rückschlagspiel zumindest ebenbürtig. Doch in den entscheidenden Bällen gegen Satzende setzte sich der Mühlhausener mit seiner starken Topspin-Spiel durch. „Er hat überhaupt keine Fehler in den Spin-Duellen gemacht“, anerkannte Hartmann nach der 0:3-Niederlage.

Das Team aus dem Stuttgarter Osten hoffte, mit ihrem starken vorderen Paarkreuz noch einmal ins Spiel zu kommen. Und tatsächlich zeigte Spielertrainer Hao Mu lange eine furiose Leistung, führte 10:8 bei eigenem Aufschlag im 3. Satz. Doch Bardon zeigte sich nervenstark und returnierte zweimal zum direkten Punktgewinn, ging mit 2:1-Sätzen vorentscheidend in Führung. Wie schon im ersten Match gegen Wiese agierte Bardon anschließend wie befreit und siegte mit perfekten Rückhand-Spinbällen 11:7. Zeitgleich musste Wiese am anderen Tisch die Überlegenheit von Schreyer anerkennen. In einem von Aufschlägen geprägten Spiel punktete Linkshänder Schreyer bis Anfang des zweiten Satzes mit Aufschlag-Assen in Serie. „Ich habe den Schnittwechsel einfach nicht gesehen“, analysierte Wiese. Dann entwickelte sich ein immer besseres Spiel mit sehenswerten Ballwechseln, welche die Zuschauer zu Jubelstürmen hinriss. „Als er den Ball bei 7:5 im 2. Satz im Fallen reinschoss, hat er es entschieden“, trauerte Wiese einem knapperen Spielverlauf nach. In drei Sätzen machte Schreyer den Sack zu, ließ sich vom Publikum feiern. Der 6:2-Sieg der Gastgeber war perfekt.

Mit 7:5 Punkten steht der Sportbund immer noch auf dem sehr guten 5. Platz. Nächsten Sonntag wartet die schwere Auswärtsaufgabe beim Tabellennachbarn FSV Mainz 05.

Einzelergebnisse: Post SV Mühlhausen 2 – DJK Sportbund Stuttgart 6:2

 

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