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Nachbetrachtung „Grünes Band“: Sport-Weltstar trifft auf Sportbundler

2014-10-13-grünes-Band Moritz Fürste mit Timo Beyer und Tim Kitovnica

„Den Augenblick im Sport genießen“

Er ist der aktuell erfolgreichste Athlet seiner Sportart: Moritz Fürste (Foto Rainer Michel/mit Timo Beyer + Tim Kitovnica) war 2008 + 2012 Hockey-Olympiasieger mit dem deutschen National-Team. 2012 wurde er zudem zum „Welthockeyspieler“ gewählt – quasi der „Messi des Hockeysports“. Am 13. Oktober kam der gebürtige Hamburger nach Stuttgart. Ziel: Die Preisverleihung des „Grünen Bandes“. Der 29-jährige Fürste ist Botschafter für das „Grüne Band“. In dieser Funktion hält er an diesem Tag die Laudatio auf die Tischtennis-Abteilung des DJK Sportbund Stuttgart. Der Verein aus dem Stuttgarter Osten ist Sieger dieser Auszeichnung „für vorbildliche Talentförderung“ 2014. Mehr zum Treffen des Hockeystars mit Tim und Timo:

2014-10-13-grünes-Band Moritz Fürste mit Timo Beyer und Tim Kitovnica„Ihr haucht Eure Schläger an und wischt die Hand auf dem Tisch ab wie Timo Boll“, ruft Fürste zu Tim Kitovnica (12 Jahre) und Timo Beyer (10). Die beiden üben für ihren Schaukampf an diesem Abend am mini-Tisch, Fürste macht einige Schläge mit ihnen. Und Fürstes Herz lacht, als er die beiden Dreikäsehochs wie die Profis trainieren sieht. Bei Olympia in London 2012 hatte er all die Tischtennis-typischen Rituale schon bei Olympia-Team-Kollege Boll live gesehen.

Fürste genießt den Abend. „Die begeisterten Augen der Kids und ihren Stolz auf die eigene Leistung kann ich kaum erwarten“, sagt er. Genießt er auch die eigenen Sport-Highlights? „Ich habe ein tolles Leben, spiele Hockey in der ganzen Welt“, sagt er mit leuchtenden Augen. Ob er neidisch sei auf die Aufmerksamkeit und die finanziellen Möglichkeiten anderer Sportarten wie Fußball. „Nein, überhaupt nicht, sich mit anderen zu vergleichen bringt nichts. Was will ich mehr? Das ganze Jahr bin ich mit einer Mannschaft unterwegs, mache Sport. Dabei habe ich immer meine Kumpels um mich.“ Besonders hebt er hervor: „Seit ich klein bin, lerne ich in einem Team zu spielen, mich so zu verhalten, dass wir gemeinsam erfolgreich sind.“ Anders formuliert: Es gilt, eine positive Beziehung zu den Kollegen aufzubauen. Dann schaut er wieder zu den beiden jungen Tischtennisspielern herüber: „Genau das lernen die beiden da auch, die üben gemeinsam. So kann man das nur in einem Verein lernen. Die Jungs machen das super.“

Erstaunliche Worte eines Sport-Superstars. Dazu hat Fürste nicht ein äußerer Schein gemacht. Sein Horizont reicht weit über irgendwelche Spieler- und Werbeverträge oder Promi-Geschichten hinaus. Fürste weiß seine privilegierte Position zu schätzen. Der Sport hat sein Leben reich gemacht. Und das sieht so aus: „Acht- bis neunmal pro Woche trainiere ich. 100 2014-10-13-grünes-Band-P1090875Tage im Jahr bin ich mit der Nationalmannschaft unterwegs.“ 227 mal hat er bisher für Deutschland gespielt. Nebenbei schreibt er gerade an seiner Masterarbeit in Wirtschaftspsychologie. Der Mann blickt in die Zukunft, lebt aber in der Gegenwart.

Im Januar/Februar 2013 spielte Fürste in der neu gegründeten Hockey India League (HIL). Er hatte sich auf eigene Initiative beworben und wurde in einem Draft, einer Art Versteigerung, vom Team Ranchi Rhinos für drei Jahre verpflichtet. „5.000 bis 8.000 Leute waren bei den Spielen. Das Finale, das wir 2:1 gegen die Delhi Waveriders gewannen, sahen zudem 40.000 im Fußballstadion nebenan über Leinwände.“

Was Fürste nicht sagt: 23 Millionen Inder sahen im Fernsehen zu. Er wurde zum besten Spieler gewählt. Seither ist Fürste in Indien ein Held. Auf der Straße schreien die Leute, wenn er irgendwo auftaucht.

Fotos von Fürste in Indien

Video von Fürste in Indien mit Interview Das Grüne Band 2014 in Stuttgart

„Das waren tolle Erfahrungen, die ich in Indien gemacht habe“, schwärmt er auch eineinhalb Jahre danach über den hohen Stellenwert des Hockeys in Indien sowie von Land und Leuten. „In diesen vier Wochen habe ich jeden Tag genossen.“ Da war es wieder, das Lebensmotto des Moritz Fürste. „Die Jungs tun das hier beim Tischtennis auch“, freut er sich und stellt sich zum Erinnerungsfoto auf. Ein echtes Vorbild für Tim und Timo. Genießt die Augenblicke im Sport!

thw

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