Presse: 1. Damen trotz Enttäuschung 3.Liga-Herbstmeister

Tabellenführer nach der Vorrunde in der 3. Bundesliga – aber eine enttäuschende 3:6-Niederlage beim Tabellenachten in Leipzig! Das ist das Fazit des letzten Doppel-Auswärtsspieltages der 1. Damen in Ostdeutschland. Mit einem 6:0-Erfolg in nur 70 Minuten bei SG Motor Wilsdruff und einer 3:6-Niederlage bei den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 stellten die Damen des DJK Sportbund Stuttgart das Punktekonto zur Saisonhalbzeit auf 15:3 Zähler. Das Team aus dem Stuttgarter Osten liegt zwei Punkte und mit dem besseren Spielverhältnis vor dem Trio SU Neckarsulm, BSC Rapid Chemnitz und TSV Dachau.

„Das ganze Wochenende ein einziger Stau!“ Mannschaftsführerin Alexandra Schankula lässt auf der Heimfahrt ihren Emotionen kurz freien Lauf. Tatsächlich war bereits die 500 km lange Anreise nach Wilsdruff bei Dresden eine Herkules-Aufgabe für ihren Vater Martin, der den Sportbund-Wagen sicher steuerte. Jedoch machten zwei 45-Minuten Staus dem Teams zu schaffen. Auch die Rückreise am Sonntag endete erst kurz vor Mitternacht – irgendwie symptomatisch für die beiden Tage. 50 Minuten vor Spielbeginn traf man schließlich in der Sporthalle Wilsdruff ein. Doch die Sportbund-Mannschaft ließ sich nicht beeindrucken, bereits nach gut einer Stunde war der Tabellenletzte und Gastgeber Wilsdruff besiegt. Lediglich Rhea Zhu Chen hatte zu kämpfen. Zunächst drehte sie im Doppel gemeinsam mit Fatme El Haj Ibrahim einen 1:2-Satzrückstand gegen Scherber/Krieghoff. Später sah sie sich gegen die starke Krieghoff einem 0:1-Satzrückstand sowie einem 5:9 im 2. Satz gegenüber. Doch sie drehte diesen zum 11:9 und siegte dann 11:7 und 11:7. Ohne Satzverlust blieben Alexandra Schankula/Elisa Nguyen im Doppel sowie Alexandra Schankula, Elisa Nguyen und Fatme El Haj Ibrahim im Einzel. Das Team zeigte eine hoch konzentrierte Leistung und durfte mit diesem 6:0 die Punkte mitnehmen.

myTischtennis: SG Motor Wilsdruff – DJK Sportbund Stuttgart 0:6

Übernachtung und Anreise nach Leipzig, dann ging das Sportbund-Team bei den LTTV Leutzscher Füchsen an die Tische. Schon nach wenigen Ballwechseln war klar: An diesem Tag stand ein Duell auf Augenhöhe an, kein Leistungsunterschied zwischen dem Tabellenachten und -ersten war zu erkennen. Fatme El Haj Ibrahim/Rhea Zhu Chen blieben gegen Hildebrandt/Singer in drei knappen Sätzen chancenlos. Alexandra Schankula/Elisa Nguyen lieferten gegen Scheibe/Bondarenko-Getz zunächst zwei blitzsaubere Sätze ab, doch dann der Bruch. Erst Mitte des 5. Satzes gelang den Stuttgarterinnen die erneute Wende und der 1:1-Ausgleich war nach dem 11:6 eingetütet. Zweimal Hitchcock-Krimi war dann im vorderen Paarkreuz angesagt. Alexandra Schankula fehlte in ihrem Duell mit der wie entfesselt aufspielenden Hildebrandt am Ende ein wenig die Kraft für entschlossene Offensiv-Aktionen. Beim 1:1-Zwischenstand und 10:8 hatte sie noch alle Chancen in der Hand, doch die brutal mit Vor- und Rückhand angreifende Hildebrandt drehte das Match zum 12:10 und 11:5 – der erste kleine Schock für die schwäbischen Gäste. Der zweite folgte am Nebentisch, als die 15-jährige Elisa Nguyen gegen Leipzigs Spitzenspielerin Scheibe, die im Penholder-Stil agiert, zwar 2:0 führte, nach dem Satzausgleich in der Verlängerung des 5. Satzes noch zwei Matchbälle besaß, dann in einem Nervenspiel aber dennoch mit 13:15 den Kürzeren zog. Pausenstand: 1:3 aus Stuttgarter Sicht und entsprechend gedämpfte Stimmung. Sollte trotzdem die Wende gelingen? Nein, denn an diesem Tag hatte Leipzig neben Hildebrandt mit Bondarenko-Getz eine weitere überragende Akteurin im hinteren Paarkreuz. Zwar mühte sich Rhea Zhu Chen eifrig gegen sie, glich zum 1:1 aus, doch im 3. und 4. Satz blieb sie chancenlos. Zum 2:4 verkürzen konnte anschließend Fatme El Haj Ibrahim, nachdem sie gegen Singer ebenfalls in vier Sätzen siegte. Dabei gelang ihr das Kunststück im letzten Satz, einen 3:8-Rückstand noch zum 11:9 zu drehen. Nun ruhten die Hoffnungen auf dem vorderen Paarkreuz. Doch schon schnell war klar, dass Nguyen gegen Hildebrandt chancenlos blieb, drei klare Sätze und das 5:2 für Leipzig stand auf der Anzeigetafel. Zwar konnte Schankula in einem dramatischen Match der Spitzenspielerinnen gegen Scheibe mit 11:9 nach 7:9 im 5. Satz gewinnen und nochmals für Stuttgart verkürzen. Doch im Anschluss beendete Bondarenko-Getz nach verlorenem 1. Satz die Partie gegen El Haj Ibrahim mit einem glatten Viersatzsieg. Ein überraschendes 6:3 für die Gastgeber aus Leipzig!

Leipzigs Coach: „Ich sage den Mädchen immer: Ihr könnt in der Liga gewinnen, wenn alle normal spielen. Und das haben sie auch in Dachau beim Zweiten und heute gegen den Ersten mit Siegen gezeigt. Aber gegen die Abstiegskonkurrenten hatten wir immer mindestens einen Totalausfall, deshalb stehen wir so weit hinten.“ Pech für unser Sportbund-Team, aber gleichzeitig eben auch kein guter Tag: „Leipzig ist sicherlich über sich hinausgewachsen, aber wir haben es eben in den knappen Situationen auch nicht geschafft, sie durch unsere eigene Stärke zu bremsen. So wurden sie im Spielverlauf immer besser.“ Betreuer Thomas Walter sah nach einer starken Vorrunde den ersten Rückschlag. „Jetzt geht es darum, gut vorbereitet in der Rückrunde wieder starke Leistungen an den Tischen zu zeigen. Wir haben mit den zwei Punkten und dem besseren Spielverhältnis immer noch alles in der eigenen Hand.“ Der Traum von der 2. Bundesliga lebt also weiter …

myTischtennis: LTTV Leutzscher Füchse 1990 – DJK Sportbund Stuttgart 6:3

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