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Presse 3. Liga: FSV Mainz 05 – Sportbund Stuttgart 1:6

VA1_3742 Daniel Hartmann

Foto: Daniel Hartmann machte das „Spiel seines Lebens“, besiegte Bator nach 0:2-Rückstand noch 3:2 – die Vorentscheidung zur 4:1-Führung

Sportbund springt auf Platz 4 der 3. Liga

Krimi mit Happy end: Tischtennis-Drittligist DJK Sportbund Stuttgart gelang am Wochenende eine faustdicke Überraschung. Beim 6:1-Auswärtssieg gegen den FSV Mainz 05 profitierte das Team aus dem Stuttgarter Osten vom Fehlen des chilenischen Meisters Olivares beim Gastgeber. Zudem gingen drei der vier Fünfsatz-Matches an die Stuttgarter Gäste, die mit Glück und Nervenstärke agierten und sich mit jetzt 9:5 Punkten über Platz vier in der Tabelle freuen dürfen – ein vor Saisonbeginn nie für möglich gehaltenes Zwischen-Ergebnis.

VA1_3742 Daniel Hartmann„Wenn wir die drei knappen Spiele holen, sieht es anders aus.“ Der Mainzer Mannschaftskapitän Benjamin Bator schüttelt noch Minuten nach dem Duell den Kopf. Und tatsächlich: Die Leistungen der Stuttgarter Spieler jeweils am Satzende verblüfften, dazu kam das Glück des Tüchtigen. Alleine Sportbunds Alexander Frank wehrte sowohl im Doppel an der Seite von Daniel Hartmann sowie in seinem Einzel gegen den Chinesen Li Bing insgesamt drei Matchbälle ab, sicherte sich beide Punkte. Auch Daniel Hartmann zeigte sich von seiner besten Seite: Nach 0:2-Satzrückstand spielte er das nach eigener Aussage „beste Spiel meines Lebens“. Praktisch fehlerlos holte er sich die drei folgenden Sätze gegen den weit höher eingeschätzten Bator. Gehen diese drei Punkte verloren, wäre der Spielstand 4:3 für die Gastgeber aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt gewesen.

Doch all diese Unwägbarkeiten zählen nicht, stattdessen eine auf den Punkt konzentrierte Leistung der Sportbund-Akteure. Hao Mu/Dennis Wiese siegten in vier Sätzen gegen Jost/Bator, während sich Alexander Frank/Daniel Hartmann nach zwei 5:1-Führungen im 4. und 5. Satz gegen Bajger/Li Bing im Entscheidungssatz einem Matchball gegenüber sahen. Doch mit starken Leistungen sicherten sich die beiden Stuttgarter mit 12:10 diesen für das Gesamtresultat vorentscheidenden Punkt. Nach diesen beiden Doppelerfolgen erhöhte Sportbunds Spielertrainer Hao Mu mit drei 11:5-Sätzen gegen Bajger auf 3:0 – ein tadelloser Auftritt mit vielen der berüchtigten knallharten Vorhand-Gegenziehern Haos. Am Nebentisch dann die Chance für Stuttgarts baumlangen Abwehrspieler und Mannschaftsführer Dennis Wiese, sein Team schon vor der Pause auf die Siegerstraße zu bringen. Gegen den ehemaligen Deutschen Jugendmeister Jost schien er nach einem 11:5 im 4. Satz sowie einer 3:0-Führung im Entscheidungssatz auf bestem Weg zu sein. In dieser Phase schien er die optimale Mischung aus gutem Schnittwechsel in der Abwehr und harten Vorhand-Spinbällen gefunden zu haben. Doch eine Auszeit des Mainzer Spitzenspielers beendete diesen „Lauf“ Wieses und mit neuen Aufschlagvarianten und riskantem Spiel holte sich Jost den Satz mit 11:7 und damit den ersten Punkt für die Gastgeber. 1:3 also zur Halbzeitpause und es folgten zwei echte Hitchcock-Krimis: Daniel Hartmann schien an diesem Tag kein knapper Spielstand oder die konditionelle Anforderung etwas anzuhaben. „Ich bekomme kaum noch Luft, pumpe wie ein Maikäfer“, keuchte er zwar nach dem Fünfsatzmatch gegen Bator. Doch trotz eines Zwei-Satz-Rückstandes hielt Hartmann beständig an seinem Konzept fest, über sicheres passives Spiel per Block am Tisch oder aus der Halbdistanz immer wieder die Initiative zu übernehmen. „Er hat ein Riesenspiel gemacht“, lobte denn auch der frühere Erst- und Zweitligaspieler Bator. Während dieser immer wieder tischnah versuchte, die Bälle direkt nach dem Aufsprung mit viel Spin zu beschleunigen, platzierte Hartmann klug und änderte häufig entscheidend die Rotation. Nach dem 11:8 im 5. Satz riss er beide Arme hoch – sein Erfolg bedeutete das 4:1 für den Sportbund. In puncto Spannung getoppt wurde dieses Match im anderen Spiel des hinteren Paarkreuzes. Alexander Frank sah sich gegen den im Penholder-Stil agierenden Routinier Li Bing in der Verlängerung des 5. Satzes zwei Matchbällen gegenüber. Nach langen Ballwechseln wehrte er diese mit seinen bekannt resoluten Spinbällen ab und verwandelte seinerseits den zweiten eigenen Matchball zum 14:12. Wieder einmal hatte der in seiner 11. Saison beim Sportbund agierende Frank für eine entscheidende Weichenstellung gesorgt. Diese 5:1-Führung sollte sich das Team an diesem Tag nicht wie vor zwei Wochen im Heimspiel gegen Bietigheim nehmen lassen. Die Mainzer konnten sich nicht mehr aufbäumen. Dennis Wiese stand bei einer 2:1-Satzführung und einem 8:4 kurz vor dem Sieg gegen Bajger, als Hao Mu am Nebentisch mit seinem 3:0 über Jost bereits der 6:1-Siegpunkt für die Gäste gelang. In diesem Match wurde Mu gegen den sehr variabel agierenden Jost weit stärker gefordert, doch am Ende demonstrierte er seine unglaubliche Form, mit der er seine Saisonbilanz auf 11:3 Einzel- und 7:0-Doppelsiege erhöhte.

Auch die Bilanz des Sportbund-Teams kann sich mehr als sehen lassen: 9:5 Zähler stehen vor dem Auswärtsspiel beim noch verlustpunktfreien TV Hilpoltstein und dem Heimspiel gegen SB Versbach auf dem Konto. Das Saisonziel Klassenerhalt in der 3. Bundesliga Süd ist zum Greifen nahe.

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