« Vorheriger Artikel | Nächster Artikel »


Presse: Sportbund-Damen siegen in Schwabhausen und Fürstenfeldbruck

Ganz Tischtennis-Stuttgart schaut auf die 3. Bundesliga-Damenmannschaft des Sportbundes

2 spannende Spiele, 2 knappe Siege, 4:0 Punkte

Nach 4 Spieltagen als Tabellenführer standen vergangenes Wochenende für die 1. Damen-Mannschaft zwei schwierigen Auswärtsspiele beim hohen Ligafavoriten TSV Schwabhausen II und beim Mitfavoriten TuS Fürstenfeldbruck an.

Foto: Saskia Becker (links) und Ramona Betz blieben am Wochenende ohne Niederlage.

Während der langen Fahrt am frühen Samstagmorgen nach Schwabhausen wurde teamintern noch darüber gesprochen, dass ein Verbleib an der Tabellenspitze schwierig wird, aber mit einer couragierten Leistung und großem Kampf möglich sein könnte.

Bei der Ankunft in Schwabhausen wurde das Stuttgarter Team vom Abteilungsleiter Helmut Pfeil begrüßt, der sogleich einen Druck auf das junge Stuttgarter Team mit den Worten aufbaute: „Von der Papierform her seid ihr die Favoriten.“ Und in der Tat, Schwabhausen trat wie bereits in den vorangegangenen Spielen ohne ihre 2 Ausländerinnen, aber mit 2 sehr erfahrenen, ehemaligen 1. Bundesliga-Spielerinnen im vorderen Paarkreuz an, Eva-Maria Covaciu und Christina Feierabend. Diese zwangen die Stuttgarter Spitzenspielerin Alexandra Schankula jeweils in einen 5. Satz. Alexandra konnte jedoch immer wieder ihre große Erfahrung ausspielen und die gegnerischen Schwachstellen sowohl aufdecken als auch ausnutzen. Am Ende gewann sie beide Spiele mit 11:5 im entscheidenden Satz. Ronja Mödinger konnte Christina Feierabend den 2. Satz abnehmen und den einen oder anderen Satz auch gegen Covaciu spannend gestalten, musste aber trotz teilweise sehr spektakulären Ballwechseln die restlichen Sätze und somit ihre beiden Spiele abgeben. So kam es auf das hintere Paarkreuz mit Ramona Betz und Saskia Becker an. Als Gegnerinnen standen die aktuelle bayerische Auswahlspielerin Marlene Gruber und die ehemalige Auswahlspielerin Sarah Diecke gegenüber. Beide Stuttgarterinnen ließen sich davon nicht beeindrucken, sondern dominierten ihre bayerischen Gegnerinnen. Sie gewannen alle 4 Spiele und sicherten dem Sportbund den überraschend hohen 6:2-Sieg gegen Schwabhausen.

Gut ausgeruht und mit dem Erfolg über Schwabhausen im Rücken ging es am Sonntag gegen den TuS Fürstenfeldbruck, der im vorderen Paarkreuz mit einer bulgarischen und einer ukrainischen Nationalspielerin und im hinteren Paarkreuz mit bayerischen Auswahlspielerinnen antrat. Dies allein versprach schon eine spannende und hochklassige Begegnung. Im ersten Durchgang standen sich Alexandra Schankula und die 30-jährige Ukrainerin Iryana Motsyk, welche u. a. bei den Europameisterschaften seit 2011 und 2017 bei Weltmeisterschaften für die Ukraine an den Start ging, gegenüber. Zunächst sah es so aus, dass Alexandra dem druckvollen, beidseitigen Topspinspiel standhalten könnte. Nach einer zwischenzeitlichen Führung durch Alexandra kam Motsyk allerdings immer besser in ihr kompromissloses Angriffsspiel. Jeder, wirklich jeder Ball wurde von Alexandras Gegnerin sofort aggressiv angezogen oder geschossen und mit voller Wucht auf den Tisch platziert. Alexandra unterlag 0:3. Am Nachbartisch nahm es Ronja mit der aktuellen bulgarischen Nationalspielerin Maria Yovkova auf. Die 21-jährige Bulgarin vertritt seit mehreren Jahren ihr Land sowohl bei Europa- als auch bei Weltmeisterschaften und wird aktuell als Nr. 53 der U21 Weltrangliste geführt. Umso höher ist Ronjas Leistung zu beurteilen, auch wenn es zu einem Sieg nicht gereicht hat. Ronja ließ sich nicht beeindrucken und zog ihr gewohntes Vorhand-Topspinspiel auf, mit dem sie ihre Gegnerin in die Defensive und zu Fehlern drängte. Mit großem Einsatz konnte sie den ersten Satz 11:7 gewinnen. Da sich die Bulgarin immer besser auf Ronjas Spielweise einstellte und ihre internationale Erfahrung auszuspielen wusste, unterlag Ronja am Ende 1:3. Es sah nicht gut für den Sportbund aus, man lag 0:2 zurück. Die erste Niederlage drohte, als Ramona Betz und Saskia Becker in das Geschehen eingriffen. Ramona spielte gegen die 20-jährige bayerische Auswahlspielerin Janine Hanslick, die seit 3 Jahren erfolgreich in der 3. Bundesliga spielt und in ihrer Jugend Bayerische Meisterin im Mixed war sowie an Top24 Ranglisten und Deutschen Meisterschaften teilnahm. Ramona machte es spannend. Nach einer 2:0-Satzführung gab sie die nächsten Sätze ab und musste in den 5. Satz gehen. Keine der beiden Spielerinnen konnte sich absetzen und die Führung wechselte sich bis zum 9:9 ab. Mit sehr guten Aufschlägen und gut platzierten Topspins konnte Ramona den Entscheidungssatz 11:9 gewinnen und brachte den Sportbund auf 1:2 heran. Saskia spielte währenddessen gegen die 21-jährige Stefanie Felbermeier, die in ihrer Jugend bayerische Meisterin im Einzel und Mixed war und seit 3 Jahren in der 3. Bundesliga spielt. Auch dieses Spiel war spannend und ging nach einer 2:0-Führung von Saskia über die volle Distanz. Jeder Satz war hart umkämpft und knapp vom Ergebnis her. Im 5. Satz konnte Saskia ihre ganze spielerische Klasse zeigen und zog von Anfang an davon. Sie gewann 11:5. Der Ausgleich für den Sportbund war geschafft, 2:2.

Nach der obligatorischen Pause standen sich Alexandra und die Bulgarin Yovkova gegenüber. Die Bulgarin wird bezüglich ihres variablen Spiels gelobt, aber in dieser hochklassigen Begegnung konnte Alexandra ihre Gegnerin unangenehm anspielen, um anschließend die etwas höher zurückkommenden Bälle direkt zu verwerten oder unerreichbar zu kontern. Alexandra siegte unangefochten 3:0. Ronja kämpfte gegen die spektakuläre Spielerin Motsyk zunächst sehr erfolgreich und gewann den ersten Satz hoch mit 11:4. Die Ukrainerin steigerte sich und gewann die nachfolgenden Sätze ebenfalls klar. Beim Spielstand von 3:3 musste also das hintere Paarkreuz entscheiden. Saskia spielte gegen Hanslick. Obwohl es eng wurde, konnte Saskia einen sicheren 3:0- Sieg einfahren. Stuttgart führte 4:3. Ramona nahm es mit Felbermeier auf. Zunächst sah es so aus, als ob sie auf der Siegerstraße wäre. Mit ihrem Aufschlagspiel konnte sie die ersten 2 Sätze ungefährdet gewinnen. Im 3. Satz wendete sich das Spiel, Felbermeier returnierte Ramonas Aufschläge immer besser und konnte Ramona ausplatzieren. Der 5. Satz musste nicht nur das Spiel dieser beiden Gegnerinnen entscheiden, sondern auch das der Gesamtbegegnung. Nach anfänglicher Führung von Ramona bis zum Seitenwechsel konnte ihre Gegnerin bis zum 9:9 aufholen. „Gott sei Dank habe ich die Aufschlagswahl gewonnen und diese abgegeben“, so Ramona später. Denn dies bedeutete, dass Ramona bei diesem Spielstand Aufschlag hatte und den ersten direkt zu einem Punkt verwandeln konnte. Der letzte Ball des Spiels war ein spektakulärer Topspin-Schlagabtausch, bei dem Betz die Ecken ahnte, in die ihre Gegnerin spielte. Sie erlief die Bälle und konnte mit viel Druck einen Gegentopspin spielen, der die Gegnerin zu einem Fehler zwang. Nervenstark bezwang Ramona ihre Gegnerin 11:9 im 5. Satz.

Stuttgart gewann in einer nervenaufreibenden Begegnung verdient mit 5:3. Dies erkannte auch der Abteilungsleiter Rudi Lutzenberger aus FFB an, der dem hinteren Paarkreuz der Stuttgarterinnen eine hohe Spielestärke attestierte.

Somit war die Tabellenführung nach 3 Spieltagen eine Überraschung, jetzt nach 6 Spieltagen ist es entweder eine Sensation oder der Erfolg einer homogenen, spielstarken Mannschaft, die auch überregional Aufsehen erregt.

Es punkteten am Wochenende: 3 x Alexandra Schankula, 4 x Ramona Betz, 4 x Saskia Becker

Rüdiger Betz

Vorheriger Artikel - «

Nächster Artikel - »


Kommentare sind geschlossen.