« Vorheriger Artikel | Nächster Artikel »


Tischtennis-Bezirk: WLSB-Förderpreis für „ehrenamtliches Engagement“!

Lisa Kerelaj und Mostafa Alobusi waren eingeladen – und kamen gerne. Beide engagieren sich ehrenamtlich für den Sportbund und den DJK-Verband, und das in noch jungen Jahren, wollen jetzt den Trainerschein machen. Der Bezirk Stuttgart und seine Vereine fördern seit vielen Jahren solchen Einsatz im Ehrenamt für andere Menschen. Diese Initiative wurde jetzt von der WLSB-Sportstiftung mit einem Förderpreis in Höhe von 5.000 € in der Kategorie „Ehrenamtliches Engagement“ ausgezeichnet. Beim großen Ehrungsabend waren die beiden jungen Sportbundler dabei (Foto mit Andreas Felchle/WLSB-Präsident, Thomas Walter und Gerhard Segmiller/Ministerialdirigent Sozialministerium).     Hintergrund der Bewerbung für den Förderpreis – 85 Anträge in 4 Kategorien lagen vor – war Folgender: Laut Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB – 2007/08) haben 18,4 % der Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. In den Sportvereinen liegt dagegen der Anteil der Mitglieder dieser Gruppe bei 10,1 %. Der Anteil der Ehrenamtlichen in Sportvereinen mit Migrationshintergrund liegt lediglich bei 2,6 %.  Auf der Ausführungsebene (Übungsleiter, Mannschaftsbetreuer, Schiedsrichter, Kampfrichter etc.) sind Migrantinnen und Migranten stärker vertreten als auf der Vorstandsebene.

Da in Städten der Migrations-Anteil nochmals deutlich höher liegt – in Stuttgart bei 44 % ! – ist in unserer Stadt der geschilderte Hintergrund von nochmals größerer Bedeutung.

Diese Daten und die damit zusammenhängende Erkenntnis führt zur Überlegung und These, dass eine Erhöhung des Ehrenamtsanteils auch die Mitgliedergewinnung und -bindung von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern könnte. Vorbildfunktion, interkulturelle Kompetenzen und Bekanntschaften sind mögliche Argumente für eine solche mögliche Entwicklung.

Die Vereine im Bezirk Stuttgart, der DJK Sportbund Stuttgart mit seiner Heimat in Stuttgart-Ost ohnehin, haben schon immer in diesem Bereich Basisarbeit geleistet. Nationalität, Herkunft, Sprache und Hautfarbe waren nie Schranken für die Teilnahme und Mitarbeit beim Tischtennissport. Beispielsweise titelte die „Stuttgarter Nachrichten“ im Jahr 1995 den Hintergrund-Bericht des Deutschen Schülermeister-Mannschaftsteams des Sportbunds: „Deutscher Meister aus aller Herren Länder“, als Georgios Papadopoulos, Stefan Krieger, Khan Lai, Salvatore Rendine, Dauud Cheaib, Predrag Poznic, Kristian Sakac und Daniel Blumhardt den Titel nach Stuttgart holten. Umso wichtiger: Verantwortung übernehmen und Mitbestimmen führt zur Gestaltung eines Vereins, des Bezirks und deren Angebote. Hier leisteten und leisten viele Menschen mit Migrationshintergrund wichtige und engagierte Arbeit. Seit eineinhalb Jahren kommt hier die Gruppe der Geflüchteten hinzu, die zum Tischtennissport beispielsweise über den von Stefan Molsner geleiteten Flüchtlingskurs beim Sportbund 2015/16 gekommen sind.

Mit dem Förderpreis will der Bezirk nun zahlreichen jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich weiterzuqualifizieren. So war für Lisa (DJK-Verband-Jugend und Mädchen-Team-Chefin) und Mostafa (Sportbund-Jugendsprecher) bereits beim Ehrungsabend klar: „Wir wollen eine Trainerausbildung machen.“ Hierbei will der Tischtennis-Bezirk unterstützen und auch auf andere – noch festzulegende – Weise den Einsatz im ehrenamtlichen Engagement fördern. Dieses ist ein lobenswerter Beitrag für die Integration und das Gelingen einer vielfältigen Gesellschaft.

Ausführlicher Bericht zum Förderpreis-Abend auf der WLSB-Homepage

 

 

 

Vorheriger Artikel - «

Nächster Artikel - »


Kommentare sind geschlossen.