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Presse: DJK Sportbund Stuttgart – NSU Neckarsulm

Sportbund wieder mit 5:5-Spektakel

In der 3. Tischtennis Bundesliga Süd wiederholte der DJK Sportbund Stuttgart gegen NSU Neckarsulm das 5:5-Heimspiel-Resultat der Vorwoche. Der Spielverlauf ähnelte dem im Duell am letzten Samstag gegen Bayern München stark. Wiederum wehrte Daniel Hartmann im Schluss-Einzel einen Matchball ab, bevor er mit einem Sprung auf den Tisch das Unentschieden seines Teams feierte. Mit jetzt 14:14 Punkten steht der Sportbund weiterhin auf Tabellenplatz sechs, punktgleich mit dem TTC Bietigheim-Bissingen.

IMG_1843_filtered„Da habt Ihr wahnsinnig Glück gehabt.“ Neckarsulms Abteilungsleiter-Legende Gerhard Werz schüttelte noch Minuten nach Spielende den Kopf. Und tatsächlich hätte das Mannschaftsspiel in den beiden Schluss-Einzeln, die jeweils 11:9 für den Sportbund im Entscheidungssatz endeten, eigentlich siegreich für die Neckarsulmer Gäste enden müssen. Andererseits „hätte der Sportbund auch 3:1 führen können“, wie Sabine Aschenbrenner (amtierende Chefin der Neckarsulmer) mit Blick auf den gesamten Spielverlauf feststellte. Dabei hatte sie die ersten beiden Einzel im Blick, die so gut wie gewonnen waren für die Stuttgarter.

Das Lokalderby zwischen dem Sechsten und dem Siebten der Tabelle wogte am Samstagabend also hin und her, kein Vergleich zum klaren 6:1-Auswärtssieg des Sportbunds in der Vorrunde. Waren die Doppel vor gut 50 Zuschauern in der Halle Nord noch ausgeglichen – Hao Mu/Wiese (3:1 gegen Krmaschek/Back) für Stuttgart und Braun/Kramer (3:0 gegen Frank/Hartmann) für Neckarsulm – kippte die Begegnung anschließend in Richtung der Heilbronner Vorstädter. Was für eine Dramaturgie: Sportbunds Spielertrainer Hao Mu besaß gegen den überragenden Mann der Partie, Josef Braun, bei 10:7 im 4. Satz drei Matchbälle. Doch mit zahlreichen knallharten Rückhand-Konter-Duellen bog der Neckarsulmer die Begegnung zu seinen Gunsten um. „Seit Hao bei uns ist, gab es das erst einmal, eine Niederlage mit so vielen Matchbällen“, blickt Betreuer Thomas Walter in die Vergangenheit zurück. Riesenchance für den Sportbund auch am anderen Tisch, als Dennis Wiese im Duell der Abwehr-Giganten gegen Krmaschek bis weit in den 4. Satz hinein führte und der Deutsch-Tscheche bereits resignierend den Kopf schüttelte. Doch mit unbändigem Kampfgeist drehte Krmaschek wie sein Teamkollege die Partie. Zunächst sicherte er sich nach zahlreichen Schnittwechseln den Satz mit 11:8, bevor er im 5. Satz ohne einen einzigen Fehler mit 11:2 die Oberhand behielt. Die Felle schienen dem Sportbund davonzuschwimmen, als Daniel Hartmann gegen Kramer völlig chancenlos blieb. 1:4 hieß es zu diesem Zeitpunkt, das Publikum stellte sich bereits auf einen frühzeitigen Nachhauseweg ein. Doch wie schon in der gesamten Saison holte das Sportbund-Team alles aus sich heraus – eine Qualität, die besonders an weniger guten Tagen gefragt ist. Diese Haltung war für Alexander Frank (Foto) auch gefragt, als er gegen seinen früheren Teamkollegen Christian Back überraschend klar mit 0:2 Sätzen ins Hintertreffen geriet. Ein Debakel für die Sportbund-Mannschaft drohte. Doch Frank stellte sich immer besser auf das Abwehrspiel Backs ein, glich mit zwei glatten Sätzen aus. Im 5. Satz führte dann Hitchcock bei 9:9 Regie. Mit einem Aufschlag-Ass und einem guten ersten Spinball holte sich Frank das Match und sorgte so für die Wende in der gesamten Begegnung.

Eine Galavorstellung im Spiel gegen Abwehr lieferte der vom ersten Spiel bestens erholte Hao Mu gegen Krmaschek. Mit knallharten Vorhand-Spinbällen und –Schüssen auf den Körper ließ Sportbunds Nummer eins seinem Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance – der Anschluss zum 3:4 war geschafft. Ebenso glatt konterte jedoch im Anschluss Braun, der den baumlangen Dennis Wiese geschickt anspielte, ihn nicht zur Entfaltung kommen ließ. Beim Spielstand von 3:5 wurden also nun die beiden Schluss-Einzel aufgerufen. Und die waren an Dramatik nicht zu überbieten. Umgekehrter Spielverlauf an den beiden Tischen: Während Alexander Frank gegen Kramer zwei Sätze lang klar dominierte, musste sich Daniel Hartmann ebenso deutlich zweimal Christian Back geschlagen geben. Doch das Blatt wendete sich jeweils: Beide Begegnungen kamen zum Ausgleich, wobei Hartmann gegen Back bei 10:11 im 4. Satz einen Matchball abwehren musste. Die Spannung stieg vor den beiden Entscheidungssätzen ins Unermessliche, als auch diese bei 9:9 völlig offen verliefen. Zunächst setzte sich Frank mit einer Riesen-Energieleistung in zahlreichen Topspin-Duellen gegen Kramer mit 11:9 durch – sein zweiter hauchdünner Erfolg an diesem Tag. Als dann auch Daniel Hartmann nach einem 6:9 im 5. Satz ausgleichen konnte, lag das Momentum beim Sportbund. Der sonst so sichere Neckarsulmer Abwehrer Back produzierte zunächst einen leichten Schupf-Fehler, bevor Hartmann mit einer krachenden Vorhand den Siegpunkt zum 5:5-Ausgleich gelang. Alle Emotionen entluden sich beim 21-Jährigen, er sprang mit hoch gerissenen Armen auf den Spieltisch, das Publikum jubelte.

„Wir sind nicht so stark wie in der Vorrunde, das sieht man deutlich. Aber wir holen nach wie vor alles raus, was zurzeit möglich ist“, zieht Betreuer Walter Bilanz. Mit 14:14 Punkten geht es jetzt in eine vierwöchige Spielpause, bevor der FSV Mainz 05 Gegner in der Halle Nord ist.

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