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Pressemitteilung: Sportbund steigt in die 3. Liga auf!

Tim Kimmerle

Foto: Tim Kimmerle war Sinnbild für Sportbunds 1. Herren – mit seinem Kampfgeist riss er das Ruder herum und sorgte für den Punktgewinn in Bietigheim.

Tischtennis-Regionalliga: Sportbund setzt sich auf der Zielgerade auf Platz 4 der Regionalliga Südwest

Große Überraschung: Mit drei Punkten aus den letzten Spielen gegen den TTC Grenzau (9:5-Sieg) und beim TTC Bietigheim-Bissingen (8:8-Unentschieden) gelang Tischtennis-Regionalligist DJK Sportbund Stuttgart gestern Abend der Sprung auf Platz 4 in der Abschluss-Tabelle der Regionalliga Südwest und schaffte damit aus eigener Kraft den Aufstieg in die zur Saison 2014/15 neu installierte 3. Liga Süd. Mit einer Riesen-Energieleistung holte das Team aus dem Stuttgarter Osten vor über 100 Zuschauern gegen die um die Meisterschaft kämpfenden Gastgeber aus Bietigheim einen 2:6-Rückstand auf, siegte viermal in 5-Satz-Spielen, verpasste nur im Schlussdoppel beim 8:11 im 5. Satz den Sieg.

Tim Kimmerle„Wir sind immer stärker geworden in dieser Saison“, jubelte Sportbunds Zählschiedsrichter Wolfram Auch. Und tatsächlich ist die Leistungssteigerung mit nur einer Niederlage in der Rückrunde sowie 4:2 Punkten gegen die drei Spitzenteams Bad Rappenau, Bietigheim und Neckarsulm bemerkenswert. Belohnt wurde die Mannschaft am Ende mit 24:12 Punkten. Davor stand ein langes Wochenende. Die Ausgangssituation: Elf Vereine hatten sich für zehn Plätze in der 3. Liga beworben. Der Sportbund hatte drei Chancen, den letzten der zehn Plätze zu sichern. Gleich die erste Chance, Vierter und damit einen Platz besser als Mitkonkurrent Versbach in der Regionalliga Süd zu werden, setzte einen Sieg über den TTC Grenzau voraus. Die beiden weiteren Möglichkeiten wären über ein Relegationsspiel gegangen.

Das Team ging das Samstag-Spiel gegen Grenzau mit großem Eifer an, stellte mit einer 2:1-Führung bereits in den Doppel die Weichen auf Sieg. Die Gäste konnten im Anschluss lediglich mit je zwei Einzelpunkten des Ecuadorianers Alberto Mino (Weltrangliste Nr. 323) und von Christopher Simonis  Paroli bieten. Auf allen anderen Positionen war der Sportbund an diesem Abend besser besetzt. Alle Spieler punkteten einmal im Einzel, Tim Kimmerle gar zweimal. Unter dem Jubel der 100 Zuschauer drehte die Mannschaft mit einem 9:5-Sieg den Spieß gegenüber der Vorrunde um. Vor Jahresfrist hatte es trotz überragender Leistung gegen die personell vollständig antretenden Grenzauer eine 6:9-Niederlage gegeben.

Nun mussten im Spitzenspiel des Sonntags mindestens vier Einzelspiele gewonnen werden, um Platz vier zu sichern. Gastgeber Bietigheim benötigte einen 9:7-Sieg, um die Meisterschaft vor den punktgleichen Rappenauern zu sichern. Schnell geriet das Sportbund-Team mit 2:6 in Rückstand. Zwar siegten Hao Mu/Wiese und Hao Mu im Einzel, doch Dennis Wiese musste sich Mihail Sargu mit 11:13 im 5. Satz geschlagen geben und auch Andreas Escher zog gegen Oliver Herbrik mit zwei Bällen den Kürzeren. „Ich dachte, jetzt verlieren wir ganz klar“, blickte Wolfram Auch zurück. Doch dann zeigten die Sportbundler große Moral: Die folgenden vier Einzel von Daniel Hartmann (3:1 über Daniel Herbrik), Hao Mu (3:2 über Sargu), Dennis Wiese (3:1 über Klein) und Alexander Frank (3:2 über Oliver Herbrik führten zum 6:6-Ausgleich. Die Halle und die über 100 Zuschauern kochten. Erneut ging Bietigheim mit einem 3:1-Erfolg von Leonard Süß über Escher in Führung. Dann das Hitchcock-Finale: Zeitgleich stand es an beiden Tischen 9:9 im 5. Satz. Mit viel Kampfgeist und großer Nervenstärke siegten sowohl Daniel Hartmann (über Marco Golla) als auch Tim Kimmerle (über Daniel Herbrik). Großer Jubel bei Stuttgart über den jetzt sicheren Punktgewinn, Bietigheim wiederum konnte nicht mehr Meister werden, verständliche Ernüchterung machte sich breit: Eine Stecknadel hätte man nun in der Halle fallen hören, als die ersten beiden Sätze  des Doppels gespielt wurden. Hao Mu/Wiese holten gegen Sargu/Klein einen 0:2-Rückstand auf, führten im 5. Satz mit zwei Punkten. Doch am Ende holte sich Bietigheim mit 11:8 das verdiente 8:8-Unentschieden. Jedes Ergebnis zwischen 9:2 und 7:9 wäre möglich gewesen angesichts der Ausgeglichenheit bei acht Fünfsatzspielen und einer Spieldauer von vier Stunden und vierzig Minuten.

Für den Sportbund ist mit dieser erfolgreichen Saison der Aufstieg in die 3. Liga verbunden. Diese Neuerung ist Teil der Spielklassen-Reform des Deutschen Tischtennis-Bundes. Die sieht ab der kommenden Runde eine eingleisige 2. Bundesliga sowie zwei 3. Ligen Nord und Süd mit jeweils 10 Teams vor. Gespielt wird dort dann mit Viererteams. Eine Umstellung, die Sportbunds Abteilungsleiter Stefan Molsner grundsätzlich skeptisch sieht: „Sechser-Mannschaften sind besser für den Nachwuchs.“ Dennoch sieht man beim Sportbund der neuen Aufgabe mit Freude entgegen. Dazu Abwehrspieler Dennis Wiese: „Das wird richtig gutes Niveau in der 3. Liga.“ Die Entscheidung für den eingeschlagenen Weg, sich für die 3. Liga zu verpflichten, hatte drei Ausgangspunkte: Zunächst gab Leistungsträger Andreas Escher vor einigen Wochen seinen Wechsel zum SV Salamander Kornwestheim bekannt. Zudem zeigten vor allem die drei Top-Spieler Hao Mu, Dennis Wiese und Alexander Frank mit insgesamt nur acht Einzelniederlagen in der Rückrunde überragendes Niveau. Nachträglich dazu kam der Umstand, dass sich die zweite Mannschaft in der starken Verbandsliga halten konnte. Dort haben die Nachwuchstalente weiterhin starke Konkurrenz und können sich weiterentwickeln. Betreuer Thomas Walter zur Perspektive 3. Liga: „In so einer Situation ist es für einen ehrgeizigen Sportler einfach gut, eine neue Herausforderung zu haben und auch ein motivierendes Signal für den Verein.“

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