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Spielerin der Saison: Ronja Mödinger

Es ist eine Nachbetrachtung auf das Baden-Württ. Mädchen TOP 16-Turnier und ein Rückblick auf die gesamte Saison wert: Ronja Mödinger kann sicher nicht nur als „Vielspielerin“ des Sportbunds bezeichnet werden, sondern wohl auch als erfolgreichste Spielerin des Vereins in den letzten Monaten. Die Fakten sprechen für sich: 124 Einzel (TTR-relevant) hat sie seit 1.07.2014 bestritten, in dieser Zeit fast genau 100 TTR-Punkte gewonnen (in der Spitze waren es sogar 1.769) und in ihrer ersten Oberliga-Saison vorne eine Bilanz von 26:14 erspielt. Damit hatte sie großen Anteil am 5. Platz und dem nachträglichen Aufstieg in die Regionalliga …

Mödinger Wehr 2015-b„Vor drei Wochen hätte die Rangliste gespielt werden sollen.“ Bernhard Mödinger, Vater von Ronja und sonst immer mit gelassenem und sehr positivem Blick die Tischtennis-Spiele seiner Tochter verfolgend, betrachtet am ersten Tag der Baden-Württ. TOP 16-Rangliste die Spiele kritisch wie selten. Dabei ist die Freude über die Steigerung von Ronja in den letzten Monaten einerseits und die Sorge um die am Saisonende ausgehenden Energiereserven andererseits herauszuhören. „Letzte Woche hat sie sich bei der Baden-Württ. Rangliste der Damen im ersten Spiel am Rücken verletzt“, verdeutlicht er.

Doch die Tochter straft den Papa (wieder einmal) Lügen: leerer Energie-Tank? Nein, nicht bei Ronja. Letzte Woche in Eisingen spielte sie das Turnier angeschlagen zu Ende, wurde am Ende Dreizehnte. Und in Wehr beim (wichtigeren) Jugend-Turnier nahm sie nach den überraschenden Niederlagen gegen Nicole Metzger und Jasmin Wolf das Heft nochmals energisch in die Hand, kämpfte sich mit zwei 11:9-Siegen im 5. Satz über Muriel Broschard (Weinheim, Oberliga) und Alina Frey (Sindelfingen, 3. Liga) als Vorrunden-Dritte so gerade noch in die Endrunde um die Plätze 1 – 8. Dazu hatte sie Glück bei der Ausgangsposition für den zweiten Tag: Die Niederlage gegen Wolf wurde gestrichen, da diese nur Fünfte wurde und in die Runde um die Ränge 9 – 16 musste. Mit 2:1 Siegen startete Ronja auf diese Weise in den Sonntag.

Celina Jovan Ronja NadineFoto: Einsatz für den Verein – Ronja ist gefragte Trainingspartnerin von Sportbunds 2. und 3. Damen-Mannschaft. Hier betreute sie unsere Nachwuchsmädels bei der Schwerpunkt-Rangliste in Neuffen.

Und der begann mit einem Knaller: Ein klares 3:0 über Kathrin Hessenthaler (Neckarsulm 3. Liga, letzte Woche Siegerin der BaWü-Damen-Rangliste!) ließ aufhorchen. „Heute treffe ich die Rückhand wieder“, stellte Ronja knapp und treffend fest. Und tatsächlich konnte sie das hohe Niveau beibehalten, agierte in den letzten ihrer über 100 Saison-Einzel wieder so frisch wie nach einer Pause. Es muss das nach ihrer Meinung gute Frühstück im Bad Säckinger Hotel gewesen sein. Oder vielleicht doch ihr in kritischen Situationen stark ausgeprägter Wille? Das schnelle Energiebündel wollte die Saison wohl einfach gut beenden. Und das gelang Ronja. Zwar unterlag sie der hoch aufgeschossenen Ann-Katrin Ziegler (Wilferdingen, 3. Liga), die mit ihrem gefährlichen Abwehrspiel im gesamten Turnier keine Niederlage hinnehmen musste und mit diesem Spielsystem sicher nicht zu den Lieblingsgegnerinnen von Sportbunds neuer Nummer eins zählt. Immerhin zeigte Ronja bis zum 10:10 (nach 6:10) bei 1:1 Sätzen, dass sie auch hier auf einem guten Weg war. Ein erneutes Aufbäumen folgte, als sie zunächst Laura Schmid glatt 3:0 distanzierte und gegen die starke Hannah Sauter (Mühringen) 2:0 und 10:9 führte – Matchball zum 2. Turnierplatz! Denn: Am Nebentisch unterlag ihre direkte Konkurrentin Broschard schnell mit 0:3 gegen Ziegler. Doch die Verbandsliga-Spielerin aus dem Schwarzwald konterte. 7:7 im 5. Satz – Anspannung bei Familie Mödinger auf der Tribüne (Vater Bernhard: „Ich bin sonst nie nervös, wenn Ronja spielt“). Nicht so bei der Tochter in der Spielbox. Mit riskantem Spiel übernahm sie Verantwortung, sicherte sich mit 11:8 Satz, Sieg und Platz zwei!

Linz 2015-04 (40) Ronja Mödinger Nadine BruckerFoto: In der Oberliga bildete Ronja zusammen mit Nadine Brucker ein starkes Rechts-Links-Doppel. 7:2 Siege sprechen für sich.

Ob dieses Ergebnis von 5:2 Siegen in der Endrunde dieser BaWü TOP 16 für die Qualifikation zum Deutschen TOP 48-Turnier am 31.10./1.11. in der Pfalz reicht, muss der Nominierungsausschuss entscheiden. Nur die Siegerin Ann-Katrin Ziegler ist direkt qualifiziert. Unabhängig davon demonstrierte Ronja in Wehr deutlich, dass sie stabil auf hohem Niveau spielt. Drei schwere Ranglisten-Turniere in den letzten vier Wochen waren da ein echter Härtetest. Den hat sie mit dem Sieg beim TTVWH-Ranglisten-Turnier der Damen in der Halle Nord sowie dem jetzigen 2. Platz bestanden. Auch die 65 % gewonnenen Einzel in der Oberliga vorne deuten auf eine erfolgreiche sportliche Reifeprüfung hin. Ronjas Rezept? „Ist mir egal“, reagierte sie auf eine Analyse der nächstjährigen Regionalliga-Konkurrentinnen eher gelassen bis kurz angebunden. Akribische Spielvorbereitung kann also nicht der Grund für die starken Leistungen sein :-). Auch das Trainingspensum – zwei Einheiten pro Woche – ragt nicht unbedingt im Kreis ihrer BaWü-Gegnerinnen heraus :-). Vielmehr scheint ihre Spielfreude im Wettkampf, verbunden mit einem resoluten Auftreten vor allem in wichtigen Situationen ein Wettbewerbsvorteil zu sein. Zudem nutzt sie seit einigen Monaten die Trainingszeit intensiver für technische Optimierungen – hier sind auch für die Zukunft noch einige Steigerungsmöglichkeiten drin. Schließlich gibt es bei Ronja keinen leeren Energie-Tank …

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